JAPANISCHER GRÜNTEE
Sencha

Sencha ist die meistgetrunkene Grünteesorte in Japan. Der Sencha-Herstellungsprozess entstand im 18. Jahrhundert aus einem Zufall heraus. Ein Teebauer aus Uji hatte aus Versehen die Teeblätter bedampft und war höchst erstaunt über die intensiv grüne Farbe des Blattgutes und dem erfrischend grünen Aufguss. Daraufhin eilte er ins Dorf und in seiner Umgebung umher um seine Neuentdeckung, den neuen Geschmack, sowie die ästhetische Farbe von Blatt und Aufguss kund zu tun, aber leider gaben die Bauern ein nur gelangweiltes Muh und Mäh von sich. Also wanderte er zu Fuß !! nach Tokyo um dort endlich im Bürgermeisteramt für seine Teeentdeckung Gehör zu finden. Steaming ist heute die weit verbreitetste Methode in Japan. Dem Teebauern wurde ein kleiner Tempel gewidmet und auch das Haus des Teebauern kann man noch besichtigen. Wir freuen uns, die Wiege des Sencha kennengelernt zu haben und sind auch Teil dieser kleinen Community. Langsam hat sich dann die Grünteeherstellung zu einer Kunst und Wissenschaft entwickelt, mit dem Ziel, den frisch-grünen Charakter des Tees und seine gesundheitsfördernden Eigenschaften zu bewahren. Er wird aus sehr gleichförmigen, smaragdfarbenen Blättern hergestellt, die kurzzeitig mit heißem Dampf behandelt werden, um die Oxidation zu unterbinden, danach in heißer Luft geschüttelt und so lange getrocknet, bis sie nach mehrmaligen Rollen wie grüne Nadeln aussehen. Geerntet werden sie zu unterschiedlichen Zeiten, weshalb es auch verschiedene Tee Qualitäten gibt. Sencha besitzt einen markanten und frischen Geschmack. In einigen Tees sind Noten von frisch gemähter Wiese, auch nussige, nach Seegras schmeckende und gemüsige Noten zu erkennen. 

Bancha

Bancha wird als rauer Tee bezeichnet. Das Teeblatt ist eher hart und wird nach der ersten und auch nach der zweiten Pflückung geerntet. Der Aufguss ist gelbgrün und transparent. Im Gegensatz zu Sencha, Kabusecha und Gyokuro die eine Süße haben, ist er eher herb im Geschmack. Für die Zubereitung wählt man traditionell eine Teekanne mit einem Fassungsvermögen von mindesten 500 ml und Bancha wird meist über den ganzen Tag verteilt getrunken. Der Teeingehalt ist eher gering, und so wird er auch von Kindern, Erwachsenen und Grannys gleichermaßen getrunken. 

Houjicha

Houjicha wird meist aus Bancha, aber auch aus Sencha hergestellt. Beide Sorten werden heiß geröstet, wodurch der Geschmack leicht rauchig wird und mit hochwertig dunkler Schokolade zu vergleichen ist. Houjicha ist teeinarm und wird gerne zum Essen von der ganzen Familie getrunken. In Japan gibt es ja auch auf den Bahnsteigen die Tee-Automaten, wo man immer heißen und kalten Houjicha kaufen kann. Sie finden auch ein Rezept aus der Makrobiotik in der…. Hier ist der Link zu unseren Rezeptemfehlungen. In unserem Teehaus bieten wir auch des Öfteren einen Houji Nougat Kuchen mit sehr feinem Geschmack an. 

Genmaicha

Genmaicha entstand vor hunderten von Jahren eher zufällig, als Zen-Mönche grünen Tee mit dem am Boden ihrer Töpfe haftenden braunen Reis mischten. Oder: Vielleicht war es ein Teehändler der seine vom Neujahrsfest übriggebliebenen Kagami-Mochis am nächsten Morgen in seinen Sencha-Espresso tunkte um seinen hungrigen Kater zu füttern. Wie auch immer. Diese „Erfindung" erfreute sich bald allgemeiner Beliebtheit und ist noch heute eine sehr populäre Teesorte. Meist werden sie mit Bancha, manchmal auch mit Sencha gemischt. Im Geschmack finden sich die typischen Röstnoten. Wir haben zwei Genmaicha in unserem Sortiment. Beides sind Sencha mit geröstetem Mochireis, einem hochwertigen Naturreis. 

 

genmaicha
Genmaicha mit Matcha

Bei einem Genmaicha haben wir dann noch Matcha aus Uji zugefügt. 

Kukicha

Kuki wird im japanischem mit Stengel übersetzt. Cha ist der Name für Tee. Im Kukicha finden wir einen hohen Anteil an Stengeln, Blattrippen und Sencha. Interessanterweise haben die Kukichas ein schönes ausdrucksstarkes Bouquet. Das liegt vor allen Dingen an den Blattrippen. Unseren Kukicha haben wir seit 8 Jahren im Sortiment. Er ist zugegeben, recht hochpreisig für einen Kukicha, aber wirklich von außergewöhnlicher Qualität, sehr samtig mit wunderschönem Aroma. Seit 2 Jahren haben wir Zuwachs bekommen. Midori Cha. Er hat einen sehr frischen und spritzigen Geschmack. 

Gyokuro (Schattentee)

Gyokuro (Tautropfen) gilt als eine der hochpreisigsten japanischen Teesorten. Gyokuro wird nur einmal im Jahr geerntet und wird in den letzten Wochen vor der Ernte beschattet. Dadurch haben die Teeblätter ein tiefes, fast schwarzes Grün. Nach der Pflückung werden die Teesträucher auf 30 cm zurückgeschnitten und erst im nächsten Jahr kann der auf 2 m gewachsene Teestrauch wieder geerntet werden. Durch die Reduktion der Sonneneinstrahlung wachsen die Pflanzen langsamer, sie bilden mehr Chlorophyll und weniger Catechine. Schattentee ist einzigartig im Geschmack. Süß und fruchtig, in der Mitte des Gaumens glaubt man eine Aprikose zu schmecken, aber auch der Geschmack von Meer und die Noten von Baby Spinat lassen sich erahnen. Die Wirkung von Gyokuro kann eine wahre Sensation im Körper auslösen. Fast wie ein Rausch. Am Abend genossen, kann er einen wundersam wach durch die Nacht geleiten. Wer das nicht möchte, sollte ihn vielleicht am Vormittag oder Nachmittag genießen. Traditionell wird er sehr stark, fast schon dickflüssig getrunken. 

Kabusecha (Kabuse)

Der kleine Bruder von Gyokuro ist der Kabusecha Tee. Kabuse ist der Name der Netze mit denen man die Teepflanze abdeckt. Er wird nicht ganz so lange wie der Gyokuro abgedeckt, ca. 12 Tage. Er schmeckt süß und aromatisch, ein wenig herb, mit sehr rundem Geschmack.